Die ersten Jahre als Turnverein

Im Mai 1900 erfolgte die Gründung des heute ältesten Sportvereins von Rheinstetten im Gasthaus "Zur Lokalbahn" (das heutige Lobberle). Zum 1. Vorstand wählten die Mitglieder Adolf Kästel (der Bierbrauer-Karle) und Karl Eschbach übernahm die Turnabteilung. Der reine Turnverein verzichtete auf einen Anschluss an einen der bestehenden Verbände, was ihm die Bezeichnung "Wilder Verein" einbrachte. Im Jahre 1901 wurde durch die Anbindung an den Arbeiter-Turnerbund dies nachgeholt.

Der erste öffentliche Auftritt war die Fahnenweihe im Jahre 1907, der ein starkes Ansteigen der Mitgliederzahl zur Folge hatte. Die Eintragungen ins Vereinsregister erfolgten am 4. Dezember 1912. Die Arbeitervereine, bestehend aus der Freien Turnerschaft, GV Freiheit, RV Solidarität, TV Naturfreunde und sozialdemokratischer Wahlvereine schlossen sich zu einem "Kultur- und Sportkartell" zusammen um gemeinsame Angelegenheiten gemeinschaftlich zu regeln. Im selben Jahr übernahm Adolf Burkart den Vorstand. Er sollte den Verein bis zu seiner Zwangsauflösung der Nazis im Jahre 1933 führen.

Im Jahre 1913 erwarb der junge Verein einen 1400m² großen Turnplatz. Den geplanten Bau einer Turnhalle verhinderte der 1. Weltkrieg. Ein starker Mitgliederzuwachs nach Beendigung des Krieges und die Kooperation im Arbeitersportkartell ermöglichten den Kauf der ausgebrannten Realwirtschaft "Zum Schwanen" im Mai 1921 in der Hauptstraße (heute beherbergt das Gebäude die Firma Kottler). Gemeinsam bauten die Vereine einen Saal, der allen Bedürfnissen Rechnung trug und für Jahrzehnte den größten Saal in der Gemeinde darstellte.

Gründung weiterer Abteilungen

Im Jahre 1922 wurde von der Gemeinde ein Sportplatz zugewiesen, der durch den großen Einsatz aller Sportler in kürzester Zeit fertiggestellt wurde. Im gleichen Jahr gründete der, bis zu diesem Zeitpunkt reine Turnverein, eine Fußballabteilung. Diese Abteilung sollte das Gesicht des Vereins bis zum heutigen Tag im Wesentlichen prägen. Im Jahre 1930 erweiterte der Verein das Angebot um den Handballsport. Bis heute blieb der Verein dem Prinzip aus den zwanziger Jahren treu und stellt auch heute das vielfältigste Vereinsangebot in Forchheim.

Die erfolgreiche Vereinsentwicklung wurde 1933 durch die Nazis jäh gestoppt. Der "Schwanen", das Sportgelände und das gesamte Vermögen wurden beschlagnahmt. Bereits am 24 Februar 1946 erfolgte mit insgesamt 78 Mitgliedern die Neugründung. Die Vorstandschaft des zunächst für Turnen und Handball geplanten Vereins übernahm Ernst Heil, im Laufe der Jahre erfolgte die Erweiterung um die Fußballabteilung. Somit war das Sportangebot wieder auf dem ursprünglichen Stand. Von der Gemeinde bekam der Verein das Gelände an den "Gänswiesen" zur Verfügung gestellt, das bis zum heutigen Zeitpunkt den Standort der Sportanlagen darstellt.

Bereits im Juli 1946 wurde das 1. Sportfest auf dem neuen Gelände durchgeführt. Unmittelbar nach der Währungsreform begann der Neubau eines Clubhauses. Die Einweihung erfolgte 1949 und im Jahre 1950 ging das Gasthaus "Zum Schwanen" erneut in den Besitz des Vereins über. Allerdings zu einem bedeutenden Rückkaufspreis! Die Folge waren sehr viele Probleme organisatorischer und finanzieller Art. Und trotzdem war es immer ein Zentrum für alle dort beheimateten Vereine.

1953 gelang den Fußballern erstmals der Aufstieg in die 2. Amateurliga. Doch bereits in der Festschrift von 1975 wurde in der Chronik durch Paul Rimmelspacher den Fußballern der angestammte Platz in der A-Klasse zugewiesen. Diese Tradition hat sich bis ins Jahr 2002 gehalten.

Durch den heute in den USA lebenden Emil Helfer wurde 1953 die Boxabteilung gegründet. Die größten Erfolge waren der Gewinn der Badischen Mannschaftsmeisterschaft zusammen mit Blau-Weiß-Pforzheim im Jahre 1955 und den Badischen Meistertitel für Thomas Dresner.

1955 wurde unter dem Vorsitz von Helmut Landhäußer ein neues Clubhaus gebaut. Bis 1974 erfüllte es seine Dienste und wurde zwischenzeitlich als vereinseigenes Jugendhaus genutzt.

Im Jahre 1957 erfolgte die Wahl von Richard Heil zum neuen Vorstand. Er führte den Verein über 15 Jahre. Unter seiner Regie wurde der südliche Sportplatz gebaut und in Erinnerungen an alte Traditionen eine Turnabteilung für Mädchen, Jungen und Frauen gegründet. Die Fußballer feierten im Jahre 1971 den Aufstieg in die 2. Amateurliga und Wolfgang Grimm übernahm die Vorstandschaft im Jahre 1972. Unter seiner Federführung wurde das heutige Clubhaus in Eigenarbeit errichtet und im Jahre 1974 eingeweiht. Durch die Popularität während den Olympischen Spielen in München angeregt, erweiterte der Verein das Sportangebot um den Volleyball.

Im Jahre 1976 stand der Verkauf der ehemaligen Vereinsgaststätte "Zum Schwanen" an die Firma Besserer (heute Sitz der Firma Kottler) im Mittelpunkt, was die Schließung der Gaststätte zu Folge hatte. In den Jahren 1978 bis 81 war Heinz Kästel Vorstand. Er wurde von Günther Baumann abgelöst. Unter der Regie des Vorstandes Karl-Heinz Knobloch wurden die Sportplätze renoviert. In den Jahren 90 bis 92 führte Jochen Arzt den Verein. In diesem Jahr erlebten die Volleyballer ihren sportlichen Höhepunkt mit dem Aufstieg in die Landesliga und das Clubhaus wurde durch einen Anbau erweitert.

Die 90er Jahre

Im Jahr 1992 übernahm Helmut Mayer, der den Verein bereits in den Jahren 1986 bis 1990 führte, die Vorstandschaft. Unter seiner Regie erlebte der Verein viele Veränderungen. Die Fußballer mussten 1992 den Gang in die Kreisliga B antreten. Es erfolgte jedoch im Jahre 1994 der Wiederaufstieg. Die Volleyballerinnen schafften 1996 den Aufstieg in die Landesliga und wurden Bezirksliga-Pokalsieger. Das Clubhaus wurde 1997 um die Terrasse erweitert. In der Tradition ein offenes Ohr für Trendsportarten zu haben, baute der Verein im selben Jahr einen Beachvolleyballplatz. Im Jahre 1998 wurde die Flutlichtanlage komplett erneuert und das "alte" Clubhaus in das oben erwähnte Jugendhaus umgewandelt.

Sportlicher Tiefpunkt

Im Oktober 2000 wurde Ralf Ehrmann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im Jahr 2002 stieg die 1. Fußballmannschaft wieder in die Kreisliga B ab. Das Clubhaus wurde im Jahr 2003 auf Gasheizung umgestellt. Ein Kraftakt war im Jahr 2007 die Generalsanierung unseres Clubhauses. Das Dach wurde neu eingedeckt, eine neue Lüftung installiert und eine Decke in den Gastraum eingezogen. Gleichzeitig wurde der Wärmeschutz durch neue Fenster verbessert. Mit Unterstützung der Brauerei Hoepfner wurde die Gaststätte mit komplett neuem Interieur ausgestattet, welches von den Mitgliedern und Gästen durch regen Besuch honoriert wird. Im Jahr 2008 übernahm nochmals Helmut Mayer die Verantwortung für den Gesamtverein, da Ralf Ehrmann sein Amt als 1. Vorsitzender nach 8 Jahren zur Verfügung stellte.
Bedauerlich war die Tatsache, dass wir seit 2008 leider keine A/B und C-Jugend im Spielbetrieb melden konnten.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sich der Verein entschlossen, im Jahr 2009 Fusionsgespräche mit den Sportfreunden aus Forchheim aufzunehmen. Die Voraussetzungen für diese sinnvolle Initiative waren ideal, zumal auch bei den Sportfreunden Bestrebungen in diese Richtung gingen. Eine gemeinsame Zusammenarbeit wurde schon bei dem jährlich stattfindenden Sportlerball in der Ufgauhalle praktiziert. Leider scheiterten die Fusionsgespräche schon in einem frühen Stadium, nachdem die Geländefrage von Seiten der Stadt Rheinstetten nicht zur Zufriedenheit beider Vereine gelöst werden konnte.

Einen sportlichen Tiefpunkt musste die Fußballabteilung im Jahr 2010 hinnehmen, in dem die 1. Mannschaft den Gang in die Kreisliga C antreten musste.

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